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Bits & Pieces

Edition #282 | 05.06.2026

Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast | Snowflake | Chart der Woche | DAX-ETFs | Produkt-Highlight 

Bevor Elon Musk nächste Woche zum Billionär werden dürfte, hat der Vanguard S&P 500 ETF in den USA die Marke von 1 Bio. $ verwalteten Vermögen geknackt. Und während das Index-Schwergewicht Alphabet einen prominenten Anker-Investor gewinnen konnte, werfen wir einen Blick auf Software-Schneeflocken im KI Sturm. Außerdem: Warum der DAX der Malaise am Standort Deutschland trotzt und wie „Physical AI“ bald schon Ihr Wohnzimmer erobern könnte.


Meistgehandelt

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im ºÚÁϳԹÏÍø Broker zwischen dem 29.05.2026 und 04.06.2026.

Im Fokus:
Bei Starbucks gibt es derzeit nicht nur den sommerlichen Coconut Matcha zu kaufen, sondern auch einen Dip in der Aktie. Mit seiner Turnaround-Strategie hat CEO Brian Niccol zwar den Umsatz aufgebrüht, doch Personal- und Technologie-Aufwand könnten die Marge verdünnen.


Märkte & Makro

Buffett-Nachfolger setzt KI-Ausrufezeichen

Der Countdown für den größten Börsengang aller Zeiten läuft: Noch sieben Tage, bis SpaceX an der Nasdaq abheben soll. Zuvor will das Unternehmen 75 Mrd. $ einsammeln, wobei der bislang kolportierte Preis von 135 $ je Aktie einen Firmenwert von knapp 1,8 Bio. $ impliziert – mehr als das 70-fache der für dieses Jahr erwarteten Umsätze.

Gleichzeitig ist Elon Musk nicht der Einzige, der auf dem Parkett den Hut rumgehen lässt. Auch Anthropic, die in der letzten Finanzierungsrunde mit 965 Mrd. $ bewertete Firma hinter der KI-Plattform Claude, hat bei der Börsenaufsicht SEC erste Dokumente für ihr „Going Public“ eingereicht. Damit steigt der Druck auf OpenAI – der ChatGPT-Entwickler dürfte seine Listing-Pläne nun ebenfalls zeitnah konkretisieren.

Zunächst aber zapft Alphabet den Kapitalmarkt an. Nachdem die Google-Mutter seit 2019 kontinuierlich eigene Aktien zurückgekauft hatte, dreht man den Spieß jetzt um – und gibt für über 80 Mrd. $ neue Anteile aus, um die gewaltigen Datacenter-Investments zu finanzieren. Ein prominenter Anker-Investor ist bereits gefunden: Berkshire Hathaway hat für 10 Mrd. $ aufgestockt, womit Greg Abel als Nachfolger von Warren Buffett nicht nur sein Profil schärft, sondern auch Vertrauen in die KI-Ökonomie beweist. Ein wichtiges Signal an den Markt. Denn allein die Mega-Deals von SpaceX, Anthropic, OpenAI und Alphabet dürften bis zu 300 Mrd. $ frisches Kapital aufsaugen.


Live Stream

Eine Start-up-Story aus dem 17. Jahrhundert, die verblüffend nah an der heutigen Tech-Welt ist: Die gibt es diese Woche in einer Asset Class-Episode der anderen Art. Denn wo Christian W. Röhl sonst mit Unternehmerinnen und Investoren spricht, ist diese Woche Florian Illies zu Gast. Der Bestseller-Autor und ZEIT-Herausgeber reflektiert, was wir aus historischen Epochenbrüchen lernen können, warum die Geschichte uns Demut vor Prognosen lehrt und wie KI unser Denken verändert.

Hier geht's zum Video auf oder zur Podcast-Version auf , und überall, wo es Podcasts gibt.


SpaceX

Der Schneesturm ist vorbei

Nach dem dramatischen Abverkauf der vergangenen Monate konnten Software-Aktien zuletzt kräftig Boden gut machen – unterstützt durch starke Zahlen. Ganz vorne mit dabei: Snowflake, eine cloudbasierte Plattform für die Strukturierung und Analyse riesiger Datenmengen.

  • Wachstum: Der Umsatz im ersten Quartal kletterte im Jahresvergleich um 34 % auf 1,33 Mrd. $ – das stärkste Plus seit fast drei Jahren.
  • Loyalität: Die Net Revenue Retention Rate liegt bei 126 %. Das bedeutet: Die Bestandskunden haben im Schnitt 26 % mehr ausgegeben als vor einem Jahr.
  • Dicke Flocken: Die Zahl der Kunden, die jährlich über 1 Mio. $ für Snowflake-Dienste hinblättern, wuchs im Jahresvergleich um 29 % an.

Zusätzlich befeuert wurde die Wachstumsstory durch einen Milliardendeal mit Amazon Web Services. Für rund 6 Mrd. $ sicherte sich Snowflake für die nächsten fünf Jahre Cloud- und KI-Infrastruktur beim Branchen-Giganten – man geht also von einer kräftigen Skalierung der eigenen KI-Anwendungen aus. Die Wall Street quittierte die guten Nachrichten mit einem Kursfeuerwerk.

Für den Moment scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass die generelle Angst vor einer KI-Disruption des Software-as-a-Service-Geschäfts übertrieben war. Unternehmen, die tief in die betrieblichen Prozesse ihrer Kunden eingebunden sind und diese mit leistungsfähigen KI-Tools hebeln können, sollten auch weiterhin profitabel wachsen können. Entsprechend breit ist das Bewertungsspektrum: Snowflake oder auch der Datenbank-Spezialist MongoDB werden nach der jüngsten Rally schon wieder mit mehr als dem 40-fachen ihres für dieses Jahr erwarteten Free Cash Flows bezahlt; dem PDF-Erfinder Adobe dagegen billigt die Börse nur einen Faktor von zehn zu.


Chart der Woche

Chips sind das neue Geld

Gewichtung ausgewählter Branchen im MSCI All Country World Index

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Quelle: MSCI, Stand: 3. Juni 2026

Durch die anhaltende Kursrally kommen Halbleiter- und Speicherchip-Aktien im MSCI All Country World Index jetzt auf einen Anteil von 18,9 %. Die Top-Profiteure des KI-Booms haben damit mehr Gewicht als der globale Finanzsektor – Banken, Versicherungen und Kreditkartenanbieter kommen nur auf 15,5 %. Und selbst die Aktien aus den für unser tägliches Leben so essenziellen Wirtschaftszweigen steuern zusammen nur 15,8 % zum Welt-Portfolio bei: Gesundheit, Basis-Konsum (Essen, Trinken, Hygiene) und Energie.

Ein stattlicher Klumpen, den die Chip-Industrie da auf die Börsenwaage bringt – gleichzeitig aber auch ein Spiegelbild der realwirtschaftlichen Verhältnisse, nämlich des epischen Umsatz- und Gewinnwachstums von NVIDIA, Broadcom, TSMC, Samsung, SK Hynix & Co. Außerdem zeigt sich: Es braucht nicht zwingend spezialisierte Investmentprodukte, um den KI-Boom adäquat abzubilden. Schon ein Welt-ETF wie der ºÚÁϳԹÏÍø MSCI AC World Xtrackers ETF reicht aus, damit Sie bei diesem Megatrend zu geringsten Kosten dabei sind.


DAX-ETFs

Zweite und dritte Liga vor der Aufholjagd?

Die deutsche Wirtschaft steckt in der längsten Schwächephase seit 1949. Trotzdem hat der Deutsche Aktienindex (DAX) in den vergangenen fünf Jahren knapp 60 % zugelegt. Denn der DAX ist nicht Deutschland: Im Schnitt erwirtschaften die 40 im Index enthaltenen Konzerne lediglich ein Fünftel ihrer Umsätze in der Heimat – und zwei Drittel der Belegschaft sind im Ausland tätig.

Bei Hochtief steht Deutschland sogar nur noch für 3 % vom Geschäft. Die 1873 in Frankfurt am Main gegründete Firma baut vor allem in den USA und Australien, mischt bei vielen Rechenzentrums-Projekten mit und steigt Ende des Monats in den DAX auf, nachdem der Kurs sich in der Spitze mehr als verzehnfacht hat. Weichen muss dafür die Porsche Auto Holding, die künftig nur noch in der 2. Börsen-Bundesliga spielt – im 50 Werte umfassenden MDAX.

Der notiert noch immer unter seinen Höchstständen aus 2021 und auch für den darunter angesiedelten SDAX – sozusagen die 3. Liga – lief es per saldo nur wenig besser: Mittlere und kleinere Unternehmen können Standortnachteilen wie hohen Energiepreisen und Arbeitskosten oft nicht so flexibel ausweichen wie die Top-Konzerne.

Falls die viel beschworene Wirtschaftswende aber doch endlich gelingt, hätten MDAX und SDAX durchaus Nachholbedarf. Dazu sind beide Indizes breiter diversifiziert als der DAX, wo die sieben größten Unternehmen auf 55 % Anteil kommen. Wer sich dennoch nicht zwischen Large, Mid und Small Caps entscheiden mag, kann alternativ zum FTSE Germany All Cap Index greifen – der mit 145 Titeln aus allen drei Ligen mehr als 95 % der deutschen Börsenkapitalisierung abbildet.


Produkt-Highlight


Wenn die KI den Server verlässt

Ein humanoider Roboter, der Staub wischt, Fenster putzt und die Wäsche macht? Das ist zwar noch Science-Fiction. Aber die Vernetzung von Künstlicher Intelligenz mit der realen Welt schreitet rasant voran. „Physical AI“ findet nicht mehr nur in Fabrikhallen, sondern auch auf der Straße, im Luftraum oder sogar im Eigenheim statt:

  • Robotaxis: Die chinesische Tech-Schmiede Pony AI will ihre Flotte in diesem Jahr auf mehr als 3.500 autonome Fahrzeuge ausbauen und wächst dabei auch international: In Zagreb hat man zusammen mit Uber und Verne den ersten kommerziellen Robotaxi-Dienst Europas gestartet.
  • Drohnen: Mit seinen KI-gestützten Systemen wie der Aufklärungsdrohne Black Widow profitiert Red Cat von den weltweit steigenden Verteidigungsbudgets. Gerade gab es einen Großauftrag aus Japan – und nach der Übernahme des Software-Spezialisten Apium Swarm Robotics wird man künftig nicht mehr nur einzelne Drohnen, sondern vernetzte Schwarmsysteme anbieten können.
  • Haushalt: Chinas Robotik-Pionier Ubtech hat gerade auf der E-Commerce-Plattform JD.com mit dem Vorverkauf für einen lebensgroßen, hyper-bionischen Roboter begonnen – als physische Schnittstelle für Smart Home- und Entertainment-Funktionen bislang ein teures Spielzeug für Tech-Aficionados, aber ein wichtiger erster Schritt in den Consumer-Markt.

Diese Unternehmen sind auch im neuen WisdomTree Physical AI, Humanoids and Drones ETF enthalten. Insgesamt bündelt der ETF 60 „Physical AI”-Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Ein eigens entwickeltes Scoring-Modell sorgt dafür, dass hochspezialisierte Small Caps dasselbe Gewicht erhalten können wie die großen Tech-Titanen. Fast die Hälfte des Portfolios entfällt auf Firmen aus Asien – wo ein Großteil der Hardware-Innovation stattfindet.


Hier geht’s zum ETF

Redaktionsschluss: Freitag, 7 Uhr

Quellen: ºÚÁϳԹÏÍø und dpa-AFX

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